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Rückenwind für die CDU durch Merkel

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April 2000 |
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Bei Direktwahl: Merkel größere Konkurrentin für Schröder
- Eine Direktwahl des Kanzlers würde derzeit – ganz gleich, ob die
Herausforderin Merkel oder der Herausforderer Stoiber hieße – Gerhard Schröder
für sich entscheiden. Wäre seine Herausforderin jedoch Angela Merkel, fiele das
Ergebnis trotz Amtsbonus mit einem Abstand von 7 Punkten ziemlich knapp aus:
Schröder erhielte 45, Merkel 38 Prozent der Stimmen. Würde Edmund Stoiber gegen
ihn kandidieren, fiele der Abstand mit 19 Punkten komfortabler aus: auf Schröder
entfielen 54, auf Stoiber 35 Prozent der Stimmen.
- Angela Merkel hätte gegenüber Edmund Stoiber zwei Pluspunkte in die
Waagschale zu werfen: ihren Bonus bei Frauen und ihren stärkeren Rückhalt in den
neuen Bundesländern. Wenn nur Frauen bei einer Direktwahl zwischen Schröder und
Merkel abstimmen würden, könnte sich Deutschland auf eine erste Bundeskanzlerin
einrichten: 44 Prozent der Frauen würden für Merkel, nur 38 Prozent für Schröder
stimmen. Stünden dagegen Schröder und Stoiber zur Wahl, fiele das Votum der
Frauen eindeutig für Schröder aus (55:31). Bei einer nur in den neuen
Bundesländern stattfindenden Direktwahl würde es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen
zwischen Schröder und Merkel kommen (42:40), würden Schröder und Stoiber hier
gegeneinander antreten, ginge wiederum Schröder als deutlicher Wahlsieger hervor
(60:25).
Profilvergleich: Merkel distanziert Stoiber
- Im Direktvergleich der beiden Kandidaten Merkel und Stoiber werden Edmund
Stoiber von der Bevölkerung stärker die Attribute eines Machtpolitikers
zugesprochen. Er gilt als führungsstärker und als jemand, der eher in der Lage
ist, die Wirtschaft des Landes voranzubringen. Mit Angela Merkel wird v.a. ein
neuer Politikstil verbunden. Man erwartet sich von ihr eher, dass sie neue Wege
in der Politik geht und einen moderneren Standpunkt vertritt, sozialer
eingestellt ist, die deutsche Vereinigung voranbringt, und die Union aus dem
Stimmungstief holt. Man findet sie sympathischer und hält sie für glaubwürdiger
als Stoiber. Eine Mehrheit von 55 Prozent würde sie lieber als Kanzlerkandidatin
der Union sehen.
- Unionsanhänger bewerten Edmund Stoiber in allen Aspekten zum Teil deutlich
besser als die Gesamtbevölkerung und nehmen ihn besonders positiv in den
"harten" Eigenschaften - führungsstark und wirtschaftskompetent - wahr. Dennoch
sind auch sie mehrheitlich davon überzeugt, dass Merkel die Union eher aus ihrem
Stimmungstief holt, eher bereit ist neue Wege in der Politik zu gehen, die
deutsche Vereinigung eher vorantreiben kann und glaubwürdiger als Stoiber ist.
Und auch sie votieren – trotz der Zweifel an ihrer Führungsstärke - eher für
Merkel als künftige Kanzlerkandidatin als für Stoiber (49:37).
Knappe Mehrheit für Verwendung der Stasi-Abhörprotokolle
- Zur Zeit wird heftig über die Verwendung von Informationen gestritten, die
die DDR-Staatssicherheit aus Telefon-Mitschnitten bei CDU-Politikern gewonnen
hat. Wenn es nach den Bürgern ginge, heiligte im Fall der Stasi-Anhörprotokolle
der Zweck die Mittel: 54 Prozent sprechen sich für die Einsichtnahme der Akten
im Untersuchungsausschuss aus, um Licht in die Affäre zu bringen, 40 Prozent
sind dagegen. In den neuen Bundesländern ist der Vorbehalt gegen die
Einbeziehung dieser Akten mit 29 Prozent deutlich geringer. Unter den
Parteianhängern lehnen nur Unions-Anhänger die Verwendung der Stasi-Akten
mehrheitlich ab (63 Prozent), bei den Anhängern aller anderen Parteien ist der
Wunsch nach Aufklärung größer als die Skrupel, Stasi-Material zu verwenden.
Nordrhein-Westfalen: Postkartenaktion der CDU wird mehrheitlich
abgelehnt
- Die Postkartenaktion der nordrhein-westfälischen CDU, mit der gegen die
Anwerbung ausländischer Computerspezialisten durch die Bundesregierung
mobilisiert werden soll, wird von drei Vierteln der Bevölkerung in
Nordrhein-Westfalen abgelehnt. Nur ein Fünftel befürwortet die Aktion gegen die
sogenannte "Greencard" der Bundesregierung. Auch in den eigenen Reihen wird die
Aktion skeptisch betrachtet: Knapp zwei Drittel der Unions-Anhänger äußern sich
ablehnend.
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