TNS Infratest Trendletter

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Die aktuelle politische Stimmung in Deutschland

 

 

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Juni 2000

     
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Wirtschaft im Aufschwung - Regierung im Abschwung

  • Auf die anhaltend positiven Signale aus der Wirtschaft reagieren die Bundesbürger bislang verhalten. Nur langsam wächst die positive Sicht auf die wirtschaftliche Lage: 48 Prozent (+2) bewerten sie mittlerweile als sehr gut (2 Prozent) oder gut (46 Prozent). 51 Prozent betrachten die wirtschaftliche Situation allerdings weiterhin als weniger gut (37 Prozent) bzw. schlecht (14 Prozent).
     
  • Trotzdem sich die wirtschaftliche Stimmung der Deutschen etwas aufhellt, hat sich das Ansehen der Bundesregierung im Juni wieder verschlechtert. Nur ein Drittel der Deutschen (34 Prozent) gibt sich gegenwärtig mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, ein Rückgang gegenüber dem Vormonat um 9 Prozentpunkte. 44 Prozent äußern sich weniger zufrieden, 20 Prozent sogar ausgesprochen unzufrieden.

Rot-Gelb gegen Rot-Grün

  • Die in Nordrhein-Westfalen erneut zustande gekommene Koalition aus SPD und Grünen findet unter den Bundesbürgern eine geringere Unterstützung als ein sozialliberales Bündnis. Allein ein Drittel (33 Prozent) setzt sich für die Fortsetzung der rot-grünen Koalition in Düsseldorf ein, 50 Prozent sprechen sich für eine Koalition aus SPD und FDP aus.
     
  • Auch auf Bundesebene stößt ein Bündnis aus SPD und FDP auf eine größere Resonanz als die amtierende rot-grüne Koalition. Eine Mehrheit von 52 Prozent sähe in Berlin lieber eine SPD-FDP-Koalition, lediglich 36 Prozent plädieren für die Fortsetzung von Rot-Grün.

Mehrheit für Einwanderungsgesetz - Green Card für IT-Experten bleibt umstritten

  • Die Forderung von Grünen und den Unionsparteien, den Zuzug ausländischer Arbeitskräfte langfristig in Form eines Einwanderungsgesetzes zu regeln, trifft unter den Deutschen auf eine breite Zustimmung. Zwei Drittel (66 Prozent) sprechen sich für ein solches Gesetz aus, 29 Prozent sind dagegen.
     
  • Die darüber hinaus von Unionspolitikern erhobene Forderung, mit einem Einwanderungsgesetz den grundgesetzlich verankerten Anspruch auf politisches Asyl abzuschaffen, findet in der Bevölkerung dagegen keine Mehrheit. 61 Prozent sind für die Beibehaltung, nur ein Drittel (33 Prozent) für die Abschaffung des Asylrechts.
     
  • Anders als die Pläne für ein Einwanderungsgesetz bleibt die zeitlich begrenzte Green-Card-Regelung für IT-Experten umstritten: 45 Prozent befürworten das Vorhaben der Bundesregierung, 50 Prozent stehen den Green-Card-Plänen skeptisch gegenüber. Allerdings ist das Verständnis für die Green Card mittlerweile angewachsen. Mit 56 Prozent war das Lager der Kritiker Ende Februar noch deutlich größer.

PC-Homebanking in Deutschland immer beliebter / Kunden haben dabei immer größere Erwartungen gegenüber ihrer Bank

 

Das PC-Homebanking hat sich in Deutschland mittlerweile zu einer der beliebtesten Internet-Anwendungen entwickelt. Jeder vierte Internet-Nutzer wickelt seine Bankgeschäfte heute bereits online über den PC ab. Insgesamt sind dies ca. 4,5 Millionen Bundesbürger - vor einem Jahr waren es erst 3,1 Millionen. Motor dieses rasanten Zuwachses ist nicht zuletzt auch die zunehmende Verbreitung des Internet. Der Wettbewerb in diesem boomenden Markt nimmt dabei deutlich an Intensität zu, da auch ausländische Banken und sogenannte Non- oder Near-Banks verstärkt in den Markt drängen. Jeweils weit über die Hälfte der deutschen Online-Banker können sich vorstellen, ihre Bankgeschäfte online zum Beispiel auch über Versandhäuser oder Automobilhersteller abzuwickeln. Dies sind Ergebnisse des aktuellen "Homebanking"-Monitors von Infratest Burke.

Die Finanzforscher haben darüber hinaus festgestellt, dass die Vorstellungen und Wünsche der Kunden aber noch weitergehen: So würden zwei von fünf Online-Bankern bei Ihrer Online-Bank zum Beispiel auch Versicherungsverträge online abschließen. Knapp die Hälfte der heutigen Online-Banker können sich vorstellen, bei ihrer Online-Bank auch Karten für Veranstaltungen, Flugtickets oder Urlaubsreisen online einzukaufen. Die Kunden bestärken damit diejenigen Online-Banken, die sich derzeit bemühen, ihre e-commerce-Aktivitäten zum Beispiel durch das Angebot weiterer Finanzdienstleistungen oder auch bankfremder Produkte in Richtung von Finanz-Portalen auszuweiten.

Die Finanz- und Online-Forschung von Infratest Burke hat sich auf die stark wachsende Bedeutung des Internet als globalem Marktplatz für Finanzdienstleistungen eingestellt. Der "Homebanking"-Monitor" ist eine kontinuierliche Studie mit 1.045 Befragten und wurde im Mai 2000 zum vierten Mal seit 1996 durchgeführt. Weitere Monitore stehen zu den Märkten "Online-Brokerage" und "Versicherungen-online" zur Verfügung.