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August 2000 / I

     
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100-Tage-Bilanz: Arbeit von Merz und Merkel ist umstritten

  • Die Arbeit der neuen Unionsspitze, Angela Merkel und Friedrich Merz, hat die Deutschen nach den ersten 100-Tagen noch nicht überzeugt: Zwar bewerten vier von zehn (38 Prozent) Bundesbürger die Arbeit von Merz und Merkel eher positiv, genau so viele äußern sich jedoch gegenteilig. Unentschlossen sind die Deutschen auch in der Frage, ob Merkel die Voraussetzungen mitbringt, um 2002 gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder anzutreten: 39 Prozent sehen diese Voraussetzungen bereits gegeben, 50 Prozent noch nicht.

Kohl soll sich aus der Politik zurückziehen

  • Die Deutschen fordern den vollständigen Rückzug von Helmut Kohl aus der aktiven Politik: Angesichts der bestehenden Vorwürfe sind Dreiviertel (76 Prozent) von ihnen der Ansicht, dass sich Kohl komplett aus der Politik zurückziehen sollte. Nur zwei von zehn Bundesbürger sprechen sich für seinen Verbleib im politischen Geschäft aus. Auch unter den Unionsanhängern spricht sich mit 61 Prozent eine knappe Mehrheit für den politischen Abgang des Altbundeskanzlers aus.
     
  • Einig sind sich die Deutschen, dass Kohl seiner Partei schadet, wenn er sich nach wie vor weigert, die Namen der anonymen Parteispender öffentlich zu machen: 73 Prozent erkennen hierin eine Schädigung der CDU. Die Anhänger von CDU/CSU sind in dieser Frage gespalten: 54 Prozent sind der Ansicht, dass sich Kohls Verhalten negativ auf die CDU auswirkt, 40 Prozent bestreiten dies.

Skeptischer Blick auf rot-grüne Reformprojekte

  • Den Reformmaßnahmen der rot-grünen Bundesregierung stehen die Deutschen kritisch gegenüber: Heftig umstritten ist die bereits zu Beginn der Amtsperiode eingeführte Öko-Steuer: Eine knappe Mehrheit von 54 Prozent bezweifelt ihren Nutzen, dagegen halten 41 Prozent sie für prinzipiell sinnvoll.
     
  • Auch die aktuell diskutierten Vorhaben zur Reform des Steuer- und Rentensystems finden in der Bevölkerung nur wenig Rückhalt. Nur jeder Dritte sieht die Steuer- und Rentenreform in die richtige Richtung weisen. Von den Reformprojekten findet die in Teilen bereits angepackte Gesundheitsreform das schlechteste Urteil bei den Deutschen: Nur zwei von zehn (22 Prozent) halten diese Reform für grundsätzlich richtig.
     
  • Trotz dieser skeptischen Sicht auf die Reformmaßnahmen der Bundesregierung trauen die Deutschen der SPD in der Steuer- und Rentenpolitik noch am ehesten zu, die hier anstehenden Aufgaben zulösen: Eine gute Steuerpolitik erhoffen sich 44 Prozent von der SPD und lediglich 28 Prozent von der CDU/CSU. Auch bei der langfristigen Sicherung der Altersversorgung bauen die Deutschen eher auf die Sozialdemokraten als auf die Unionsparteien. Noch im Juli vergangenen Jahres besaßen CDU/CSU hier einen Kompetenzvorsprung. Mittlerweile glauben jedoch 38 Prozent, dass die SPD langfristig die. Altersversorgung sichern könne, nur noch 28 Prozent zählen in diesem Punkt auf die CDU/CSU.