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Was bewegt die Deutschen?
Hohe Benzinpreise sind Thema Nummer Eins
Für die Deutschen stand im September ein Thema im Vordergrund: die hohen Benzin- und Ölpreise. Gefragt nach den Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die sie aktuell persönlich am meisten beschäftigen, geben 44 Prozent die hohen Mineralölpreise an. Sie steht in allen Bevölkerungsgruppen ganz oben auf der Agenda.
Im Zusammenhang mit den hohen Ölpreisen ist auch die staatliche Besteuerung von fossilen Energieprodukten unter Beschuss geraten. Entsprechend rangiert die Öko- bzw. die Mineralölsteuer mit 16 Prozent der Nennungen bei den Deutschen aktuell auf dem zweiten Platz. Besonders häufig setzen sich die Jüngeren (20 Prozent) und die besser Gebildeten (21 Prozent) mit diesen Besteuerungsformen auseinander. In den Kontext der Ölpreisdebatte gehört schließlich auch die aktuelle Schwäche des Euro, die weitere sieben Prozent der Deutschen beschäftigt.
Neben diesem Themenkomplex geraten andere Bereiche in den Hintergrund des öffentlichen Interesses. Jeden Zehnten treibt das Thema Rente um, darunter vorwiegend die Älteren. Das glückliche Ende des Geiseldramas von Jolo war für 6 Prozent der Deutschen ein besonderes Ereignis und ließ damit sogar das Thema Rechtsradikalismus hinter sich, das nur bei jedem fünfundzwanzigsten (4 Prozent) im Vordergrund stand und damit den sechsten Platz einnimmt. Auffallend ist der unterschiedliche Stellenwert des Rechtsradikalismus für die Ost- und Westdeutschen. Obwohl sich Straftaten mit fremdenfeindlichem Hintergrund überdurchschnittlich häufig in den neuen Bundesländern ereignen, steht das Thema Rechtsradikalismus mit nur einem Prozent der Nennungen auf der Agenda des Ostens ganz weit hinten. Umgekehrt verhält es sich bei der Arbeitslosigkeit, der in den neuen Bundesländern nach wie vor eine weit größere Bedeutung zukommt: 6 Prozent der Ostdeutschen geben an, dass die Arbeitslosigkeit sie aktuell besonders beschäftigt. Für die alten Bundesländer trifft dies nur auf einen von hundert zu.
Von Technologiefeindlichkeit nur wenig zu spüren
Die Deutschen galten lange Zeit als technologiefeindlich. Davon ist heute nicht mehr viel zu spüren. Die Vorzüge, die die neuen Kommunikations- und Informationstechnologien nicht nur für die Wirtschaft sondern auch für den eigenen Alltag mit sich bringen, sind für die meisten Deutschen unstrittig: Acht von zehn vertreten die Ansicht, dass das Internet Vorteile für das tägliche Leben bringt, nur neun von hundert sehen im Internet eher Nachteile, für fünf Prozent halten sich die Vor- und Nachteile die Waage. Auch das Mobiltelefon ist für die Mehrheit der Deutschen im Alltag eher nützlich als hinderlich. Fast drei Viertel halten Handys für vorteilhaft, für 18 Prozent überwie
gen die Nachteile, 8 Prozent glauben, dass sich Vor- und Nachteile nichts nehmen. Deutlich zurückhaltender sind die Deutschen in der Bewertung der umstrittenen Gentechnologie: Aber auch hiermit verbindet eine knappe Mehrheit eher Vorteile, nur 35 Prozent glauben, dass die Gentechnologie für den Alltag eher nachteilige Folgen hat, jeder zehnte sieht weder Vor- noch Nachteile. Am offensten gegenüber den neuen Technologien sind die Jüngeren: Von den 18 bis 29jährigen schätzen 96 Prozent die Vorteile des Internet, und acht von zehn auch die des Mobilfunks. Und auch mit der Gentechnologie verbinden mit 55 Prozent überdurchschnittlich viele Junge positive Folgen für sich persönlich, nur ein Viertel befürchtet eher Nachteile. Zwar fällt die Technik-Euphorie bei den Älteren gedämpfter aus, jedoch sind Internet und Handy auch nach Meinung von etwas über 60 Prozent der über 60ig-Jährigen ein Gewinn für das tägliche Leben. Die Gentechnologie polarisiert dagegen die ältere Generation sichtlich: 39 Prozent sehen eher Vorteile, 42 Prozent eher Nachteile darin.
Technik zieht Männer immer noch stärker an als Frauen. Daran haben auch die neuen Technologien nur wenig geändert. Während 86 Prozent der Männer die Vorteile des Internet preisen, sind es bei den Frauen nur 76 Prozent. Am nächsten kommen sich die beiden Geschlechter noch in bezug auf den Mobilfunk: Selbst 70 Prozent der Frauen betonen die Vorzüge der Handys und stehen damit nur um 5 Prozentpunkte hinter den Männern zurück. Wieder deutlich fallen dagegen die Unterschiede bei der Gentechnologie aus: Bei den Männern ist eine knappe Mehrheit von 55 Prozent davon überzeugt, dass die Gentechnologie den Alltag erleichtert, von den Frauen teilen nur 42 Prozent diese Bewertung.
Was ihre Technikbegeisterung anbetrifft, sind sich Ost- und Westdeutschen einig. Allerdings begrüßen die Ostdeutschen noch stärker als die Westdeutschen Internet (Ost: 86 Prozent; West: 80 Prozent) und Handy (Ost: 78 Prozent; West: 71 Prozent). Die Gentechnologie wird in den neuen und den alten Bundesländern gleich bewertet.
Sehr unterschiedlich fallen die Ergebnisse im Lager der bislang eher als technologiefeindlich geltenden Grünen aus. Gemessen am Urteil ihrer Wähler sind die Grünen die Internet-Partei: Für 91 Prozent ihrer Anhänger, mehr als bei jeder anderen Partei, bringt das World-Wide-Web eher Vorteile mit sich. Auch dem Mobiltelefon werden mehrheitlich positive Seiten abgewonnen (75 Prozent). Ganz anders fällt das Urteil aber bei der Gentechnologie aus: sechs von zehn Anhängern der Grünen sind der Ansicht, dass hier die Nachteile überwiegen. |
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