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TNS Infratest Trendletter Ein Informationsdienst zum Meinungsbild in Deutschland
Die aktuelle politische Stimmung in Deutschland
Rentenreform ist Thema Nummer eins
Die Reform des Rentensystems ist für die Deutschen das wichtigste Thema im November. Gefragt nach den Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die sie aktuell persönlich am meisten beschäftigen, nennen ein Viertel Rente und Alterssicherung. Dies ist vor allem für die aktuellen Rentenbezieher selbst ein wichtiges Thema (37 Prozent), während es die berufstätigen Beitragszahler eher unterdurchschnittlich beschäftigt (23 Prozent).
Neben diesem innenpolitischen Thema haben zieht vor allem das tragische Seilbahnunglück in den österreichischen Alpen (14 Prozent) und der unklare Ausgang der Stimmenauszählung bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen (10 Prozent) die Aufmerksamkeit der Bürger auf sich.
Mit 7 Prozent rangieren die hohen Benzinpreise und die Ökosteuer erst auf Platz 4. Noch im September war dies das Topthema in der Bevölkerung mit 60 Prozent der Nennungen. Damit hat der innenpolitische Druck, in den die rot-grüne Bundesregierung im Zusammenhang mit der Diskussion um die gestiegenen Energiepreise geraten war, deutlich nachgelassen.
Der Rechtsradikalismus in Deutschland belegt mit 5 Prozent den fünften Platz der Themenliste und hat in West- und Ostdeutschland etwa die gleiche Bedeutung. Die Arbeitslosigkeit, der gegenwärtig eskalierende Nahostkonflikt und die Steuer- und Finanzpolitik belegen mit je 4 Prozent die nächsten Plätze auf der Liste der aktuellen Themen im November. Vor dem Hintergrund deutlich höherer Arbeitslosenquoten in den neuen Ländern beschäftigt das Thema Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland mehr als doppelt so viele Menschen wie im Westen. Ansonsten gibt es auf der Themenagenda kaum Unterschiede zwischen Ost und West.
Deutschland in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen
Die Deutschen sehen ihr Land in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen im Vergleich zu anderen hochentwickelten Industriestaaten teilweise eher an der Spitze und teilweise eher im Mittelfeld. Die Lebensqualität (56 Prozent) und das Sozialsystem (51 Prozent) werden im internationalen Vergleich am besten bewertet. Die Wirtschaftskraft Deutschlands wird von einer Mehrheit von 54 Prozent als eher mittelmäßig eingeschätzt, eine Minderheit von 41 Prozent sieht die deutsche Wirtschaft weltweit in der Spitzengruppe. In diesem Urteil spiegelt sich die Stärke der amerikanischen Wirtschaft, die täglich in den Meldungen zum schwachen EURO im Verhältnis zum US Dollar in Erinnerung gerufen wird. Auch das Gesundheitswesen, das durch eine jahrelange Reformdebatte und Finanzprobleme gekennzeichnet ist, wird eher mittelmäßig eingeschätzt: 45 Prozent bescheinigen ihm Mittelmaß und 42 Prozent halten es international für Spitze.
Das Verhältnis zu Ausländern wird in Deutschland gegenwärtig vor dem Hintergrund zunehmender rechtsextremistischer Gewalt gegen Ausländer auf der einen Seite und Forderungen der Wirtschaft nach Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte auf der anderen Seite diskutiert. Vor diesem Hintergrund wird Deutschland im Bereich Offenheit gegenüber Fremden bei weitem am skeptischsten beurteilt: 56 Prozent attestieren Deutschland ein eher mittleres Niveau der Toleranz gegenüber Ausländern, 24 Prozent sind der Ansicht, dass Deutschland in punkto Toleranz gegenüber Fremden im internationalen Vergleich schlecht dasteht. Dass sich die meisten gewalttätigen Straftaten mit rechtsextremen Hintergrund in den östlichen Bundesländern ereignen, hat sich offenbar auf das Problembewusstsein der Ostdeutschen ausgewirkt. Ein Drittel von ihnen ist der Meinung, dass es mit der Offenheit gegenüber Fremden nicht weit her ist. Bei den Westdeutschen ist lediglich ein Fünftel dieser Auffassung.
Die besonderen wirtschaftlichen und sozialen Probleme in den neuen Bundesländern sorgen auch in den anderen Bereichen für deutlich kritischere Einschätzungen bei den ostdeutschen Bürgern. Eine Mehrheit verortet die Lebensqualität, die sozialen Sicherungssysteme und das Gesundheitswesen in Deutschland eher im internationalen Mittelfeld. Die Westdeutschen sehen das eigene Land hier mehrheitlich in der Spitzengruppe. In allen Bereichen haben die jüngeren Generationen eine deutlich positivere Sichtweise als die Gesamtbevölkerung. So sehen zwei Drittel der 18-29jährigen z.B. die Lebensqualität in Deutschland als international führend an, bei den über 60jährigen ist dies nur jeder zweite. |
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