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Januar 2002

     
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Kampf gegen den internationalen Terrorismus:
Mehrheit unterstützt Zusage uneingeschränkter Solidarität

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat nach den Terror-Anschlägen vom 11. September den Vereinigten Staaten die uneingeschränkte Solidarität der Bundesrepublik zugesichert. Die Bekundung vorbehaltloser Verbundenheit findet bei den Deutschen großen Zuspruch: Sowohl in den alten (72 Prozent) wie in den neuen Bundesländern (69 Prozent) unterstützen sieben von zehn die Aussage des deutschen Bundeskanzlers.

 

Kampf gegen den internationalen Terrorismus:
Mehrheit für deutschen Militär-Beitrag

Knapp zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) sprechen sich auch dafür aus, den USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus gegebenenfalls militärisch beizustehen, ein Drittel ist dagegen (33 Prozent). Unmittelbar nach den Terror-Anschlägen in den Vereinigten Staaten fiel die Zustimmung zu einer militärischen Unterstützung der Vereinigten Staaten mit 58 Prozent noch deutlich verhaltener aus.

 

Anders als beim Kosovo-Krieg und beim Mazedonien-Einsatz gibt es in den neuen Bundesländern diesmal keine klare Mehrheit gegen einen militärischen Beitrag Deutschlands, zustimmende und ablehnende Meinungen halten sich unter den Ostdeutschen die Waage (47:50 Prozent). In den alten Bundesländern befürwortet eine deutliche Mehrheit (68 Prozent) die Forderung, den Vereinigten Staaten auch militärisch beizustehen.

 

In der Frage, welche Form der militärische Beistand annehmen sollte, äußern sich die Deutschen zurückhaltend: Sechs von zehn (60 Prozent) möchten den militärischen Beitrag Deutschlands auf eine rein logistische Hilfe durch die Bereitstellung von Lufttransportkapazitäten oder Sanitätskräften begrenzen. Immerhin jeder Dritte befürwortet eine Beteiligung deutscher Soldaten an Kampfeinsätzen (32 Prozent). 

 

Folgen der Terroranschläge:
Jeder dritte Deutsche versucht Flugreisen zu vermeiden

Die Terror-Anschläge in den USA hinterlassen unterdessen deutliche Spuren im Alltagsverhalten auch der Deutschen. Jeder dritte (34 Prozent) ist bemüht, Flugreisen nach Möglichkeit zu unterlassen, jeder fünfte (22 Prozent) hält sich momentan von Großveranstaltungen fern, jeder siebte (15 Prozent) von herausragenden öffentlichen Gebäuden.
Eine generelle Beschränkung der eigenen Bewegungsfreiheit legen sich jedoch nur wenige auf, nur 3 Prozent der Deutschen gehen seltener aus dem Haus als früher. Mit größerer Vorsicht reagieren insbesondere Ältere sowie  Frauen.  

 

Folgen der Terror-Anschläge:
Jeder zweite Deutsche hat Angst vor Terror-Anschlägen in Deutschland

In der Frage, ob auch Deutschland Zielscheibe von Terror-Anschlägen werden könnte, sind die Deutschen gespalten: 52 Prozent haben Angst, dass sich Terror-Attentate auch in Deutschland ereignen könnten, 47 sehen keine Bedrohung für die Bundesrepublik. Am meisten fürchten sich die Deutschen vor Anschlägen mit biologischen und chemischen Waffen (50 Prozent) sowie vor Attacken auf Atomanlagen bzw. mit atomaren Waffen (22 Prozent). Am geringsten ist die Furcht vor Bomben-Attentaten (9 Prozent) oder Selbstmordanschlägen mit Flugzeugen (7 Prozent).

 

Euro-Einführung:
Sorge vor allem um die Währungsstabilität

Am 1. Januar ersetzt in Deutschland der Euro die D-Mark. Weniger als der Verlust ihrer nationalen Währung beschäftigt die Deutschen die Sorge um die Währungsstabilität: Vier von zehn Deutschen (40 Prozent) glauben, dass sie künftig die Stabilität der D-Mark vermissen werden, nur jeder vierte (24 Prozent) beklagt dagegen grundsätzlich die Aufgabe der eigenen Währung. 32 Prozent sehen keinen Anlass zur Wehmut und sind davon überzeugt, dass sie nach der Euro-Einführung nichts vermissen werden.

 

Die Sorge um die Währungsstabilität bewegt Ost- (42 Prozent) und Westdeutsche (39 Prozent) in etwa gleicher Weise. Mit dem Abschied von der eigenen Währung tun sich die Ostdeutschen, die erst vor elf Jahren die DDR-Währung gegen die D-Mark eintauschten, dagegen schwerer: In den neuen Bundesländern glauben drei von zehn (29 Prozent), dass sie die Existenz einer eigenständigen deutschen Währung vermissen werden, in den alten Bundesländern vermutet dies nur jeder vierte (23 Prozent).

 

Die Westdeutschen sehen die Euro-Einführung generell gelassener als die Ostdeutschen: in den alten Bundesländern glaubt mehr als jeder dritte (35 Prozent), dass ihm die D-Mark nicht fehlen wird, im Osten nur jeder vierte (23 Prozent).

 

Osteuropa:
Ungarn bei den Deutschen besonders beliebt

Von zehn abgefragten osteuropäischen Ländern ist den Deutschen Ungarn am sympathischsten. Auf einer Skala, auf der die Sympathie bzw. Antipathie durch Werte von + 5 und –5 ausgedrückt werden konnte, schneidet Ungarn mit einem Durchschnittswert von 2,3 am besten ab. Alle anderen Länder folgen mit deutlichem Abstand. Auf dem zweiten Platz landet Estland (1,4), knapp dahinter folgen Tschechien, Lettland und Russland, die im Urteil der Deutschen gleichauf liegen (jeweils 1,3). Während die Slowakei, Litauen (jeweils 1,2) und Polen (1,1) im hinteren Mittelfeld platziert sind, belegen Bulgarien (0,7) und Rumänien (0,0) die beiden letzten Plätze.

 

Ungarn ist der Favorit sowohl der Ost- als auch der Westdeutschen. Estland rangiert dagegen nur bei den Bürgern der alten Bundesländer auf dem zweiten Platz (1,4). Zwar besitzt der baltische Ostseeanrainer auch bei den Ostdeutschen ein ähnlich großes Ansehen, noch größer aber sind die Sympathien in den neuen Bundesländern für Tschechien (2,2) und die Slowakei (1,5).

 

Unterschiedlich ist die Sicht von Ost- und Westdeutschen auch im Hinblick auf Bulgarien. Das Schwarzmeerland nimmt bei den Westdeutschen nur den vorletzten Platz (0,6) ein. Dagegen kommt Bulgarien, das vor dem Mauerfall ein bevorzugtes Urlaubziel der DDR-Bürger war, in den neuen Bundesländern deutlich besser an (1,4) und zählt hier zu den fünf beliebtesten osteuropäischen Ländern. Rumänien steht in den alten wie den neuen Bundesländern ganz am Ende der Beliebtheits-Skala, wobei die Sympathien der Ostdeutschen gegenüber Rumänien noch geringer (-0,2) ausfallen als die der Westdeutschen (0,0).