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Januar 2002

     
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Bezahlen wie im Auslands-Urlaub: Mehrzahl der Deutschen rechnet Euro-Preise in DM um

 

Seit Ende letzten Jahres haben die Deutschen den Euro in den Händen, seit dem 1. Januar können sie damit bezahlen. Ein Gefühl dafür, ob die beim Einkauf oder im Restaurant zu entrichtenden Euro-Preise als hoch oder niedrig anzusehen sind, hat sich bei der Mehrzahl der Deutschen noch nicht herausgebildet. Nur jeder fünfte (22 Prozent) gibt an, bereits ein derartiges „Preis-Gefühl“ für die neue Währung entwickelt zu haben. Drei Viertel der Deutschen (77 Prozent) verhalten sich beim Einkauf dagegen wie im Auslandsurlaub: sie rechnen zur eigenen Preisorientierung die neuen Euro-Preise in die alten DM-Werte um.

 

Besonders selbstsicher im Umgang mit der Euro-Währung geben sich die Männer. Von ihnen trifft nach eigenen Angaben gut jeder Vierte (28 Prozent) die Entscheidung, ob etwas teuer oder günstig ist, aus dem Bauch. Deutlich vorsichtiger sind dagegen die Frauen. So lässt sich nur jede sechste Deutsche (17 Prozent) beim Griff nach Euro und Cent bereits durch ihr Gefühl leiten. Von zehn Frauen rechnen acht (82 Prozent) an der Kasse in D-Mark um, von zehn Männern dagegen nur sieben (71 Prozent).

 

 

Mehrzahl verbindet Euro-Einführung mit Preiserhöhungen

 

Nach Ansicht der meisten Deutschen haben die Preise mit der Euro-Einführung angezogen. Unbeeindruckt von den Preisaktionen des Einzelhandels sind sieben von zehn Deutschen (70 Prozent) der Ansicht, dass die Preise für die alltäglichen Dinge mit der Euro-Einführung insgesamt gestiegen sind. Jeder vierte Deutsche (25 Prozent) glaubt, dass er jetzt in etwa genauso viel bezahlt wie vor der Jahreswende. Gerade einmal 3 Prozent sind überzeugt, dass die Preise nach der Euro-Einführung im Ganzen gesehen niedriger ausfallen als davor.

 

Sichtbar beeinflusst ist die Wahrnehmung der Preisentwicklung nach der Währungsumstellung davon, wie man sich derzeit beim Bezahlen verhält: Wer die neuen Euro-Werte in alte DM-Mark-Werte umrechnet, kommt häufiger zu dem Ergebnis erhöhter Preise (72 Prozent) als derjenige, der sich einfach auf sein Gefühl verlässt (63 Prozent).

 

 

Hintergrundinformationen:
 

Für die repräsentative Untersuchung hat NFO Infratest zwischen dem 07. und 16. Januar 1.100 Wahlberechtigte in Deutschland befragt. Die Befragung wurde als computergestützte Telefonerhebung (CATI) angelegt. Die Auswahl der Zielpersonen erfolgte als repräsentative Zufallsauswahl. Bei der Auswahl der Zielhaushalte kam das random-digit-dialing-Verfahren, bei der Auswahl der Zielpersonen im Haushalt der sogenannte Schwedenschlüssel zur Anwendung. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine Verallgemeinerung der ermittelten Befunde auf die Gesamtheit aller Wahlberechtigten bei einer Fehlermarge von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.