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April 2003

     
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Rund 60 Prozent der Deutschen berichten über gestiegene Monatsausgaben
 

Während Industrie und Handel über eine gewachsene Konsumzurückhaltung klagen, hat die Mehrheit der Deutschen das Gefühl, unter dem Strich mehr auszugeben als noch vor einem Jahr: Sechs von zehn (58 Prozent) geben an, dass ihre durchschnittlichen monatlichen Ausgaben die des Vorjahres überschreiten. Drei von zehn (27 Prozent) berichten, dass ihr Ausgabenniveau im Jahresvergleich weitgehend gleich geblieben ist, nur bei jedem Siebten (14 Prozent) bleiben nach eigenen Angaben die monatlichen Ausgaben hinter denen des Vorjahres zurück.

 

 

Der Eindruck gestiegener persönlicher Ausgaben herrscht in allen Bevölkerungsgruppen vor, besonders aber bei den Arbeitern (73 Prozent). In den neuen Bundesländern dominiert das Gefühl gewachsener Ausgaben (67 Prozent) deutlicher als in den alten (56 Prozent). Am ehesten berichten Arbeitslose und Freiberufler, im Schnitt weniger Geld auszugeben als noch vor zwölf Monaten. Allerdings dominiert auch bei ihnen das Gefühl insgesamt gestiegener Geldausgaben.

 

Bei Kleidung und beim Ausgehen wird am ehesten gespart
 

Diejenigen, die nach eigenem Bekunden den Gürtel erfolgreich enger schnallen, halten sich vor allem beim Kauf von Bekleidung (44 Prozent) sowie beim Besuch von Restaurants, Kinos, Theater und Konzerten (41 Prozent) zurück. Gut jeder Fünfte spart jeweils beim Auto bzw. beim Benzin (22 Prozent), bei Reisen (21 Prozent) oder aber beim Einkauf von Lebensmitteln (21 Prozent). Etwa jeder Zehnte (12 Prozent) gibt weniger für Bücher sowie elektronische Musik- und Bildträger (CD/DVD) aus.

 

Unterschiedlich fallen die Sparstrategien von Frauen und Männern aus: Frauen stecken am ehesten beim Erwerb von Kleidung zurück, dagegen steht auf der Spar- und Streichliste der Männer der Freizeitbereich an erster Stelle. Wenn es ans Sparen geht, setzen auch ältere und jüngere Deutsche jeweils unterschiedliche Schwerpunkte: Die Älteren sparen vor allem bei der Kleidung und bei Restaurantbesuchen. Demgegenüber steht der Verzicht bei Kleidung und Mode für die Jüngeren hinten an, sie schränken sich am ehesten in ihren Freizeitaktivitäten ein.

 

 

Voraussetzung für höhere Ausgaben: besseres Einkommen, sinkende Preise und optimistischeres Wirtschaftsklima
 

Wer seine Ausgaben gegenüber dem Vorjahr eingefroren oder sogar gesenkt hat, ist am ehesten bei einem höheren verfügbaren Einkommen bereit, wieder mehr Geld auszugeben. 37 Prozent betrachten einen Einkommenszuwachs als Voraussetzung für eine Erhöhung der eigenen Ausgaben, weitere 9 Prozent nennen die Senkung der Steuer- und Abgabenlast als Bedingung. Abgesehen von der persönlichen Einkommenssituation sind ein verbessertes konjunkturelles Umfeld sowie sinkende Preise die zentralen Faktoren, um zur Aufgabe der bestehenden Kauf- und Ausgabenzurückhaltung zu motivieren. Jeder Siebte (15 Prozent) macht größere Ausgaben von einem optimistischeren Wirtschaftsklima abhängig, jeder Achte (12 Prozent) von einem insgesamt sinkenden Preisniveau.

 

 

Hintergrundinformationen:
 

Für die repräsentative Untersuchung hat NFO Infratest im März 1.100 Wahlberechtigte in Deutschland befragt. Die Befragung wurde als computergestützte Telefonerhebungen (CATI) angelegt. Die Auswahl der Zielpersonen erfolgte als repräsentative Zufallsauswahl. Bei der Auswahl der Zielhaushalte kam das random-digit-dialing-Verfahren, bei der Auswahl der Zielpersonen im Haushalt der sogenannte Schwedenschlüssel zur Anwendung. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine Verallgemeinerung der ermittelten Befunde auf die Gesamtheit aller Wahlberechtigten bei einer Fehlermarge von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.