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TNS Infratest Trendletter
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Reise-Erfahrung: Spanien hat guten Ruf bei Deutschen, Holländern und Briten Ihre schönsten Reiseerinnerungen verbinden Deutsche, Holländer und Briten am häufigsten mit Spanien. Jedem fünften Briten (20 Prozent und jedem siebten Holländer und Deutschen (jeweils 15 Prozent) hat es bei ihren bisherigen Auslandsurlauben in Spanien am besten gefallen. Bei den Deutschen heißt der zweite Favorit Italien, denn ebenfalls 15 Prozent erinnern sich besonders gerne an ihren dort verbrachten Urlaub. An dritter Stelle rangieren bei den Deutschen Reisen nach Schweden, Dänemark oder Norwegen (13 Prozent).
Mit ihren Vorlieben für Italien und Skandinavien unterscheiden sich die Deutschen erheblich von Holländern und Briten, die weniger an Italien und fast gar nicht am Norden Gefallen finden. Bei den Niederländern ist Frankreich mit 14 Prozent ähnlich beliebt wie Spanien, die Briten haben nach Spanien Reisen in die Region Nordamerika (15 Prozent) in besonders guter Erinnerung. Griechenland genießt in allen drei Ländern ähnliche Sympathien: Jeweils jeder zehnte Deutsche (12 Prozent), Brite (10 Prozent) und Holländer (9 Prozent) denkt bei der Frage nach dem schönsten Urlaubsziel an Griechenland. In der holländischen Rangliste liegen eine Reihe verschiedener Länder und Regionen im Mittelfeld mit je 6-8 Prozent: Italien, Nordamerika, Deutschland und Österreich. Bei den Engländen rangieren Frankreich (7 Prozent), Asien/ Südostasien (6 Prozent), Australien/ Neuseeland sowie Italien (jeweils 5 Prozent) im Mittelfeld. Bei den Deutschen gibt es ähnlich wie bei den Holländern ein dichtes Mittelfeld in der Beliebtheit der Urlaubsziele mit Afrika, Nordamerika, Asien/ Südostasien und Österreich (6-10 Prozent). Osteuropa nimmt dabei mit 11 Prozent auf dem fünften Platz eine Sonderstellung ein. Diese Sonderstellung geht zu einem guten Teil auf die Bewertung in den neuen Bundesländern zurück: Viele Ostdeutsche, die zu DDR-Zeiten nur in sozialistische Länder reisen durften, erinnern sich am liebsten an den Urlaub im Osten Europas. Reiseträume: Deutsche zieht es nach Australien, Briten und Holländer nach Nordamerika
Mit dem eigenen Spanien-Urlaub mögen sie zwar die besten Reiseerinnerungen verbinden, die Reiseträume von Deutschen, Holländern und Briten führen jedoch woanders hin: Klarer Favorit der Deutschen ist Australien bzw. Neuseeland. Jeder Vierte (28 Prozent) möchte sich am liebsten in diese Richtung aufmachen. Australien und Neuseeland sind auch für jeden fünften Briten (20 Prozent) das Traumreiseziel, noch stärker zieht es die Briten jedoch nach Nordamerika (26 Prozent). Die Holländer sind sich weniger einig in ihren Urlaubsträumen, ihre Reisewünsche streuen über eine ganze Reihe von Regionen und Ländern. Favoriten sind für sie die USA und Kanada bzw. Asien/ Südostasien – jeder Zehnte möchte gern dort seinen Traumurlaub verbringen. Der Raum Asien/ Südostasien hat auch für die Deutschen und Briten einen ganz besonderen Reiz. In Großbritannien ist Asien/ Südostasien gemeinsam mit der Karibik das am zweit häufigsten genannte Traumreiseziel (jeweils 11 Prozent). In Deutschland werden Ziele in Asien und Südostasien noch etwas häufiger genannt, sie landen bei den Deutschen gemeinsam mit Nordamerika und Afrika (jeweils 14 Prozent) auf dem zweiten Platz. Irak-Politik und Reiseabsicht: Deutsche erwägen häufiger Konsequenzen als Briten und Holländer
Durch die im Irak-Krieg eingenommene Position eines Landes hat sich dessen Anziehungskraft als Reiseziel für das Gros der Briten und Holländer nicht verändert. Dies gilt auch für die meisten Deutschen. Auffallend ist jedoch, dass die Bundesbürger im Vergleich zu Briten und Holländern häufiger Konsequenzen aus der Irak-Haltung der einzelnen Regierungen erwägen. Bei der mehrheitlich ablehnenden Haltung der Bundesbürger gegenüber dem Irak-Krieg überrascht nicht, dass insbesondere die USA bei den Deutschen als Urlaubsziel eher an Sympathien verloren als hinzugewonnen haben: 45 Prozent der Deutschen werten aktuell die US-Position im Irak-Konflikt als einen Anlass, von einem Urlaub in den Vereinigten Staaten Abstand zu nehmen, 5 Prozent betrachten dies dagegen als ein Motiv, erst recht in die USA zu reisen. Für knapp jeden zweiten Deutschen (48 Prozent) spielen derartige Überlegungen keine Rolle. In den Niederlanden ist die Kriegs-Position der US-Administration für 65 Prozent, in Großbritannien für 70 Prozent ohne Belang. Spielt der Irak-Konflikt doch eine Rolle, wird er aber auch von Holländern (28:4 Prozent) und Briten (16:13 Prozent) eher als Argument gegen als für einen USA-Urlaub verwandt. Die Haltung der anderen kriegsbeteiligten Länder spielt in den Urteilen von Briten, Holländern und Deutschen eine deutlich geringere Rolle. Großbritanniens Rolle im Irak-Konflikt veranlasst 28 Prozent der Deutschen und 11 Prozent der Holländer, Reisen auf die Insel eher kritisch zu sehen, jeweils 6 Prozent in beiden Ländern würden umgekehrt einen Urlaub ins Königreich für sich selbst gerade mit Londons Irak-Position begründen. Für zwei Drittel der Bundesbürger (64 Prozent) und acht von zehn Holländern (80 Prozent) aber ist die britische Außenpolitik in diesem Zusammenhang bedeutungslos. Die Irak-Positionen Australiens und Spaniens erregen in den drei Ländern eine nochmals geringere Aufmerksamkeit. Während die Deutschen wiederum häufiger negative denn positive Konsequenzen erwägen, fühlen sich insbesondere die Briten durch die Haltungen beider Länder stärker zu einem Urlaub motiviert als abgeschreckt.
Im Unterschied zu den kriegsführenden Ländern hat Frankreich mit seiner Anti-Kriegs-Haltung bei den Bundesbürgern deutliche Sympathien geweckt bzw. bestätigt. Jeder fünfte Deutsche (20 Prozent) gibt an, die Anti-Kriegshaltung des großen Nachbarn würde ihn darin bestärken, seinen Urlaub in Frankreich zu verbringen. Nur 6 Prozent sehen hier ein Argument gegen einen Frankreich-Urlaub. Bei den Holländern halten sich positive (7 Prozent) wie negative Urteile (8 Prozent) dagegen etwa die Waage, bei den Briten überwiegt nach dem Irak-Krieg die Abneigung gegenüber einem Frankreich-Urlaub leicht (12:10 Prozent). Für die meisten Briten (76 Prozent) und Holländer (82 Prozent) spielt aber auch im Falle Frankreichs die Außenpolitik keine Rolle bei der Begründung von Reiseabsichten. Dies gilt ebenso für ihre Haltung gegenüber Deutschland. Spielt die Position der Bundesregierung doch eine Rolle, prägt sie die Reiseabsicht von Niederländern und Briten eher positiv denn negativ. Sicherheit im Ausland: Deutsche sehen besonders häufig Risiken, Briten besonders selten Mit den Anschlägen in Tunesien und Bali hat die Frage der Sicherheit im Auslandsurlaub einen Aufmerksamkeitsschub in der Öffentlichkeit erfahren. In der Einschätzung der Sicherheitslage verschiedener Reiseziele sind sich Deutsche, Briten und Holländer weitgehend einig. Von jeweils acht zur Bewertung vorgelegten Ländern bzw. Regionen gilt Israel als das Land, in dem sich Deutsche, Briten und Holländer bei einem Urlaub am wenigsten sicher fühlen würden, gefolgt von Südostasien. Ägypten liegt im Risikourteil von Holländern und Deutschen auf dem dritten Platz vor der Türkei. Die Briten verbinden dagegen mit einem Ägypten-Urlaub seltener Gefahren als mit einem Türkei-Aufenthalt.
Mit zunehmender Entfernung zu den potenziellen Krisenregionen der Welt, verbessert sich auch das Sicherheitsgefühl von Holländern, Deutschen und Briten. So schneiden die abgefragten westlichen Industriestaaten wesentlich besser ab. Im Unterschied zu Israel, Südostasien, Ägypten und der Türkei überwiegt das Vertrauen in die Situation vor Ort eindeutig. Dies gilt auch für die USA: Jeweils eine Mehrheit in Deutschland, Holland und Großbritannien verbindet mit einem möglichen Urlaub in den Vereinigten Staaten ein positives Sicherheitsgefühl. Allerdings ist bemerkenswert, dass 44 Prozent der Deutschen und 31 Prozent der Holländer Sicherheitsbedenken im Hinblick auf einen USA-Urlaub äußern. Wesentlich besser schätzen Deutsche und Holländer daher auch die Voraussetzungen für einen sicheren Urlaub in Großbritannien ein. Am sichersten jedoch glauben sich die Deutschen bei einem Urlaub in den Niederlanden aufgehoben. Spiegelbildlich hierzu gilt der Deutschland-Urlaub bei den Niederländern als besonders risikoarm. Während damit Deutsche und Holländer wechselseitig die besten Sicherheitsnoten vergeben, setzen die Briten in diesem Zusammenhang am ehesten auf Australien. Aus britischer Sicht bietet der fünfte Kontinent noch vor Holland und Deutschland momentan die beste Gewähr, einen Urlaub ungefährdet zu verbringen.
Offenbart die Rangfolge der einzelnen Länder nur wenige Unterschiede in der Sicherheitswahrnehmung von Briten, Holländern und Deutschen, so fallen die graduellen Differenzen beträchtlich aus. Auffallend ist dabei, dass die Deutschen besonders häufig von Risiken in den abgefragten Ländern ausgehen. Demgegenüber neigen die Briten dazu, die Sicherheitslage vor Ort vergleichsweise gelassener bewerten: Von einem sicheren Urlaub in Israel gehen beispielsweise nur 5 Prozent der Deutschen, dagegen 16 Prozent der Briten aus. Die Lage in Südostasien bewerten nur 9 Prozent der Deutschen als sicher, in Großbritannien sind es beachtliche 30 Prozent. SARS und Reiseabsicht: Briten vergleichsweise gelassen Die vergleichsweise größere Gelassenheit der Briten zeigt sich nicht zuletzt auch in ihrer Einstellung gegenüber der neuen Lungenkrankheit SARS. Von einer Reise in die Region Südostasien würden sich wegen SARS derzeit 59 Prozent der Briten sehr stark, 24 Prozent etwas abschrecken lassen. Jeder sechste Brite (16 Prozent) würde die Krankheit komplett ausblenden, stände er demnächst vor einer Reise in die genannte Region. Damit tangiert die neue Krankheit zwar auch die Reiselust der Briten in erheblichem Maße, jedoch deutlich weniger als die der Deutschen und Holländer. Von ihnen geben jeweils über 90 Prozent an, SARS würde sie momentan etwas bzw. sehr stark von einer Südostasien-Reise abschrecken. Für 6 Prozent in Holland und 4 Prozent in Deutschland bliebe SARS dagegen ohne Bedeutung.
Hintergrundinformationen: Für die Untersuchung hat NFO Infratest im Mai in Deutschland 1.100 Wahlberechtigte, in den Niederlanden 851 und in Großbritannien 1.001 Personen ab 16 Jahren befragt. Die in den drei Ländern getroffene Auswahl der Zielpersonen ermöglicht eine Verallgemeinerung der ermittelten Befunde auf die Gesamtheit der jeweiligen Bevölkerungen im Rahmen der üblichen Schwankungsbreiten von 1,5 bis 3,5 Prozentpunkten. |
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