TNS Infratest Trendletter

Ein Informationsdienst zum Meinungsbild in
Deutschland und den Niederlanden

 

Die Deutschen und die Ost-Erweiterung der Europäischen Union

 

 

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8. Dezember 2003

     
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Weihnachten ist Deutschen mittlerweile zu kommerziell und zu stressig

 

Das Weihnachtsfest ist den Deutschen mittlerweile zu kommerziell und wegen der Weihnachtseinkäufe auch zu anstrengend. Drei von vier Deutschen (78 Prozent) finden, dass Weihnachten zu einem kommerziellen Rummel verkommen ist. Fast jeder Zweite beklagt, dass der jährliche Geschenkeinkauf zu stressig ist. Auch die Niederländer teilen diese Sicht: Sieben von zehn (72 Prozent) kritisieren zu viel Kommerz Prozent), 45 Prozent die hohe Belastung durch die Geschenkeinkäufe.

 

 

Ein Großteil der Deutschen trauert darüber hinaus dem Weihnachten ihrer Kindertage nach: Jeder zweite Bundesbürger (49 Prozent) empfindet, dass Weihnachten nicht mehr so schön ist, wie es früher einmal war. In den Niederlanden schwelgt jeder Dritte (31 Prozent) in nostalgischen Weihnachtserinnerungen. Dass Weihnachten ein Fest der Familie ist, schadet seinem Ansehen im Übrigen nur wenig. Über zu viele familiäre Verpflichtungen klagen im Zusammenhang mit dem Weih-nachtsfest gerade einmal drei von zehn in beiden Ländern (jeweils 29 Prozent).

 

Mag Weihnachten für viele mittlerweile zu kommerziell und allzu sehr durch den Konsum belastet sein, die meisten Holländer und Deutschen wollen die weihnachtlichen Feiertage nicht missen. In beiden Ländern würde nur jeder Zehnte den Dezember am liebsten überspringen bzw. ausfallen lassen. Etwa genauso groß ist der Anteil der Holländer (12 Prozent) und Deutschen (10 Prozent), die zwar die freien Arbeitstage im Dezember in Anspruch nehmen würden, auf das weihnachtliche Drumherum in jedem Jahr aber auch verzichten könnten. Es überrascht daher nicht, dass sich auch nur eine Minderheit über zu viele Feiertage am Jahresende beschwert. Nur jeder zehnte Deutsche (9 Prozent) erklärt, es gebe davon zu viele im letzten Monat des Jahres. In den Niederlanden ist es immerhin jeder Fünfte (19 Prozent).

 

 

Weihnachtseinkäufe: Die meisten wollen wieder genauso viel ausgeben wie 2002

 

Bei den Planungen für die Weihnachtseinkäufe orientiert sich das Gros der Holländer und Deutschen an den Ausgaben des Vorjahres. Zwei Drittel der Holländer (66 Prozent) und 51 Prozent der Deutschen haben vor, etwa genauso viel Geld auszugeben wie zum letzten Weihnachtsfest. Nur wenige Bürger in beiden Ländern (NL: 7 Prozent; D: 6 Prozent) denken daran, mehr Geld für die Weihnachtseinkäufe aufzuwenden. Ein erheblicher Teil will stattdessen den Gürtel enger schnallen als im vorigen Jahr. In Holland stellt jeder Fünfte (20 Prozent) in Aussicht, bei den Weihnachtseinkäufen den Rotstift anzusetzen, in Deutschland sind es sogar vier von zehn (41 Prozent).

 

 

 

Die Neigung, bei den Weihnachtseinkäufen zu sparen, bewegt sich damit in der Bundesrepublik weiterhin auf einem hohen Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr ist allerdings die Zahl der Deutschen, die weniger ausgeben wollen als zum letzten Weihnachtsfest, leicht – von 46 auf 41 Prozent - zurückgegangen.

 

Geschenkbudget: Deutsche geben mehr aus als Holländer

 

Stellen die Deutschen auch häufiger in Aussicht, sich bei den Weihnachtsausgaben einzuschränken, so fallen ihre Geschenkbudgets jedoch wesentlich üppiger aus als bei ihren Nachbarn. In den Niederlanden planen sechs von zehn (58 Prozent) Ausgaben von maximal 100 Euro. In Deutschland glaubt dagegen nur jeder Fünfte (20 Prozent), sich innerhalb dieses Kostenrahmens bewegen zu können. 36 Prozent der Deutschen wollen zwischen 100 und 250 Euro ausgeben, weitere 27 Prozent taxieren ihre Geschenkeinkäufe auf 250 bis 500 Euro. In den Niederlanden rechnen dagegen nur 19 Prozent mit Ausgaben zwischen 100 und 250 Euro, nur 5 Prozent wollen darüber hinausgehen und für Geschenke bis zu 500 Euro an den Kassen lassen. Ausgaben von mehr als 500 Euro stellen in den Niederlanden 2 Prozent in Aussicht, in Deutschland liegt der Anteil mit 13 Prozent rund sechsmal höher.

 

 

Geschenke: Kleidung und Spielzeug bei Deutschen besonders gefragt

 

Bei den Deutschen dürften vor allem Kleidung (27 Prozent), Spielzeug (20 Prozent) und Bücher (17 Prozent) die Renner unter dem Weihnachtsbaum werden. 12 Prozent der Deutschen wollen zu Weihnachten Geld bzw. Gutscheine verschenken, gut jeder Elfte denkt bei den Geschenken an Produkte aus der Unterhaltungselektronik (9 Prozent) bzw. an Parfüm oder Kosmetik (8 Prozent). Bei den Holländern stehen neben Spielzeug (17 Prozent) vor allem Kosmetikartikel (17 Prozent) sowie CD’s bzw. DVD’s (11 Prozent) ganz oben auf der Einkaufsliste, gefolgt von Büchern und Kleidung (jeweils 9 Prozent).

 

Bei den Geschenken haben die meisten Deutschen bereits mehr oder minder eindeutige Vorstellungen. Nur 14 Prozent wissen auf die Frage, wofür sie vor allem Geld bei den anstehenden Weihnachtseinkäufen ausgeben werden, keine Antwort. Bei den deutschen Nachbarn stellt sich das Bild etwas anders dar: Ein erheblicher Teil der Niederländer war zum Erhebungszeitpunkt Ende November noch unentschlossen: 42 Prozent konnten auf die Frage nach den geplanten Weihnachtseinkäufen keine Auskunft geben.

 

 

Hintergrundinformationen:
 

Für die repräsentative Untersuchung hat NFO Infratest Ende November 500 Personen ab 16 Jahren in den Niederlanden bzw. 1.100 Personen ab 18 Jahren in Deutschland befragt. Die in den beiden Ländern getroffene Auswahl der Zielpersonen ermöglicht eine Verallgemeinerung der ermittelten Befunde auf die Gesamtheit der jeweiligen Bevölkerungen im Rahmen der üblichen Schwankungsbreiten von 1,9 bis 4,4 Prozentpunkten bei den holländischen Ergebnissen bzw. 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten bei den deutschen Befunden.