Zufriedenheit der Kunden mit ihren Banken: In Deutschland unter dem
Durchschnitt / Ausgeprägte Zufriedenheit in Großbritannien

Die Zufriedenheit der Kunden mit ihrer Hauptbankverbindung fällt in
Großbritannien, den Niederlanden und in Deutschland zum Teil recht
unterschiedlich aus:
- Die höchste Zufriedenheit der Kunden mit der eigenen Bank zeigt sich in
Großbritannien: 54 % der Briten sind mit ihrer Hauptbank äußerst bzw. sehr
zufrieden. Nur rund 5 % der Kunden sind mit ihrer Bank unzufrieden.
- In den Niederlanden sind 38 % der Kunden mit ihrem Geldinstitut vollkommen
bzw. sehr zufrieden. Rund 8 % sind weniger bzw. gar nicht zufrieden.
- In Deutschland werden die Erwartungen der Kunden an das eigene
Geldinstitut am schlechtesten erfüllt: Weniger als jeder Dritte ist mit seiner
Hauptbank besonders zufrieden (äußerst/sehr zufrieden: 31 %). Der Anteil an
weniger zufriedenen bzw. unzufriedenen Kunden liegt bei immerhin 12 % (UK: 5
%).
Langfristanlage: Deutsche bevorzugen Festgeld, Holländer und Briten das
Sparbuch

In Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien wurde überprüft, welche
Anlageformen als Langfrist-Anlage prinzipiell in Frage kommen würden. Dabei
zeigen sich deutliche länderspezifische Unterschiede:
- Bei den Langfristanlagen dominieren derzeit in allen drei Ländern die
risikoarmen Anlageformen. Briten (81%) und Holländer (68%) setzen am ehesten
auf das Sparkonto bzw. Sparbuch. Sparprodukte als langfristige Anlageform
liegen in Deutschland mit 47% lediglich an dritter Stelle. Dafür favorisieren
die Deutschen für den langfristigen Vermögensaufbau eher Fest- bzw.
Termingelder.
- Die turbulenten Entwicklungen der letzten Jahre auf den Kapitalmärkten
haben das Vertrauen in Aktien und Anteile nationaler bzw. ausländischer
Unternehmen belastet. In allen drei untersuchten Ländern werden diese
Anlageformen für einen langfristigen Vermögensaufbau als weniger geeignet
bezeichnet. Die größte Risiko-Scheu zeigt sich in den Niederlanden. Eine
Anlage in ausländische Aktien können sich am ehesten die Deutschen vorstellen.
- Investmentfonds als langfristiges Anlageinstrument stoßen in Deutschland
und Großbritannien auf Interesse. Für immerhin jeden Zweiten würden
Investmentfonds als Langfristanlage durchaus in Frage kommen. Die niedrigere
Risikobereitschaft in den Niederlanden führt zu einem geringeren Interesse an
Investmentfonds als Langfristanlage.
- Ein langfristiger Vermögensaufbau in Form von Lebensversicherungen stellt
in allen drei europäischen Ländern eine sinnvolle, langfristige Kapitalanlage
dar.
Anlageberatung: Deutsche und Holländer wenden sich am häufigsten an
Bankberater, Briten an unabhängige Finanzberater

Bei der Anlage eines größeren Geldbetrags werden in Deutschland, den
Niederlanden und Großbritannien unterschiedliche Personengruppen zur Beratung
herangezogen:
- Deutsche Anleger suchen sich professionelle Unterstützung insbesondere bei
ihrem Bankberater (81%) und Steuerberater (57%). Ratschläge bei Bekannten und
Freunden zur Geldanlage holt sich in etwa nur jeder Dritte (35%).
- Für Holländer ist der Kundenbetreuer einer Bank der wichtigste Berater bei
einer langfristigen Geldanlage (64%). Mehr als jeder Zweite würde sich an
Bekannte und Freunde wenden.
- Briten haben ein gößeres Vertrauen zu unabhängigen Finanzberatern (70%)
als zu Bankberatern (55%). Freunde und Bekannte sind eine nützliche
Informationsquelle: Für 56% der Briten sind Empfehlungen aus dem
Bekanntenkreis wichtig.
Bankkontakt: Briten und Deutsche schätzen Filialbesuche bei ihren
alltäglichen Bankgeschäften, Holländer das Internet und den Bankautomaten

- Für Deutsche ist bei der Abwicklung ihrer alltäglichen Bankgeschäfte der
persönliche Kontakt wichtig: Jeder Zweite wendet sich deshalb an die Filiale.
Die Nutzung von Geldautomaten und Kontoauszugdruckern ist für 30% ein
relevanter Zugangskanal. Die Nutzung von Internet- und Telefonbanking ist in
Deutschland noch nicht stark ausgeprägt.
- Das Finanzverhalten der Briten bei klassischen Bankgeschäften ist mit
Deutschland vergleichbar. Am häufigsten wird die Filiale genutzt, gefolgt von
Bankautomaten für Geldauszahlungen und Kontoauszüge. Telefonbanking wird in
Großbritannien vergleichsweise häufig genutzt (UK: 15%, Deutschland: 4%)
- In den Niederlanden wird für die Abwicklung alltäglicher Bankgeschäfte
Internetbanking (32%) sowie Selbstbedienungs-Banking (31%) präferiert. Nur
jeder vierte Holländer nutzt für tägliche Bankgeschäfte die Filiale.
Kreditkarten: Bei Briten und Deutschen stehen Alltagseinkäufe im
Vordergrund, bei Holländern Reisen

Im Hinblick auf die Nutzungsintensität von Kreditkarten zeigen sich zwischen
den drei Ländern deutliche Unterschiede:
- In Großbritannien werden Kreditkarten am intensivsten und auch am
häufigsten für unterschiedliche Zwecke eingesetzt.
- In Deutschland stehen bei der Nutzung von Kreditkarten der Einkauf
alltäglicher Dinge (38%),
Reisen (31%) und größere Anschaffungen (25%) im
Vordergrund.
- In den Niederlanden wird die Kreditkarte am seltensten eingesetzt, dann
vor allem auf Reisen. Normale Einkäufe bzw. größere Anschaffungen mit
Kreditkarten sind in Holland im Vergleich zu Deutschland und UK seltener
verbreitet.
Hintergrundinformationen:
Für die repräsentative Untersuchung hat NFO Infratest in Deutschland,
Großbritannien und den Niederlanden Ende September 2003 jeweils 1.000 Personen
ab 18 Jahren befragt. Die in den drei Ländern getroffene Auswahl der
Zielpersonen ermöglicht eine Verallgemeinerung der ermittelten Befunde auf die
Gesamtheit der jeweiligen Bevölkerungen im Rahmen der üblichen
Schwankungsbreiten von 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.