TNS Infratest Trendletter

Ein Informationsdienst zum Meinungsbild in
Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden

 

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10. Dezember 2003

     
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Zufriedenheit der Kunden mit ihren Banken: In Deutschland unter dem Durchschnitt / Ausgeprägte Zufriedenheit in Großbritannien

 

 

Die Zufriedenheit der Kunden mit ihrer Hauptbankverbindung fällt in Großbritannien, den Niederlanden und in Deutschland zum Teil recht unterschiedlich aus:

  • Die höchste Zufriedenheit der Kunden mit der eigenen Bank zeigt sich in Großbritannien: 54 % der Briten sind mit ihrer Hauptbank äußerst bzw. sehr zufrieden. Nur rund 5 % der Kunden sind mit ihrer Bank unzufrieden.
  • In den Niederlanden sind 38 % der Kunden mit ihrem Geldinstitut vollkommen bzw. sehr zufrieden. Rund 8 % sind weniger bzw. gar nicht zufrieden.
  • In Deutschland werden die Erwartungen der Kunden an das eigene Geldinstitut am schlechtesten erfüllt: Weniger als jeder Dritte ist mit seiner Hauptbank besonders zufrieden (äußerst/sehr zufrieden: 31 %). Der Anteil an weniger zufriedenen bzw. unzufriedenen Kunden liegt bei immerhin 12 % (UK: 5 %).

Langfristanlage: Deutsche bevorzugen Festgeld, Holländer und Briten das Sparbuch

 

 

In Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien wurde überprüft, welche Anlageformen als Langfrist-Anlage prinzipiell in Frage kommen würden. Dabei zeigen sich deutliche länderspezifische Unterschiede:

  • Bei den Langfristanlagen dominieren derzeit in allen drei Ländern die risikoarmen Anlageformen. Briten (81%) und Holländer (68%) setzen am ehesten auf das Sparkonto bzw. Sparbuch. Sparprodukte als langfristige Anlageform liegen in Deutschland mit 47% lediglich an dritter Stelle. Dafür favorisieren die Deutschen für den langfristigen Vermögensaufbau eher Fest- bzw. Termingelder.
  • Die turbulenten Entwicklungen der letzten Jahre auf den Kapitalmärkten haben das Vertrauen in Aktien und Anteile nationaler bzw. ausländischer Unternehmen belastet. In allen drei untersuchten Ländern werden diese Anlageformen für einen langfristigen Vermögensaufbau als weniger geeignet bezeichnet. Die größte Risiko-Scheu zeigt sich in den Niederlanden. Eine Anlage in ausländische Aktien können sich am ehesten die Deutschen vorstellen.
  • Investmentfonds als langfristiges Anlageinstrument stoßen in Deutschland und Großbritannien auf Interesse. Für immerhin jeden Zweiten würden Investmentfonds als Langfristanlage durchaus in Frage kommen. Die niedrigere Risikobereitschaft in den Niederlanden führt zu einem geringeren Interesse an Investmentfonds als Langfristanlage.
  • Ein langfristiger Vermögensaufbau in Form von Lebensversicherungen stellt in allen drei europäischen Ländern eine sinnvolle, langfristige Kapitalanlage dar.

Anlageberatung: Deutsche und Holländer wenden sich am häufigsten an Bankberater, Briten an unabhängige Finanzberater

 

 

Bei der Anlage eines größeren Geldbetrags werden in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien unterschiedliche Personengruppen zur Beratung herangezogen:

  • Deutsche Anleger suchen sich professionelle Unterstützung insbesondere bei ihrem Bankberater (81%) und Steuerberater (57%). Ratschläge bei Bekannten und Freunden zur Geldanlage holt sich in etwa nur jeder Dritte (35%).
  • Für Holländer ist der Kundenbetreuer einer Bank der wichtigste Berater bei einer langfristigen Geldanlage (64%). Mehr als jeder Zweite würde sich an Bekannte und Freunde wenden.
  • Briten haben ein gößeres Vertrauen zu unabhängigen Finanzberatern (70%) als zu Bankberatern (55%). Freunde und Bekannte sind eine nützliche Informationsquelle: Für 56% der Briten sind Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis wichtig.

Bankkontakt: Briten und Deutsche schätzen Filialbesuche bei ihren alltäglichen Bankgeschäften, Holländer das Internet und den Bankautomaten

 

  • Für Deutsche ist bei der Abwicklung ihrer alltäglichen Bankgeschäfte der persönliche Kontakt wichtig: Jeder Zweite wendet sich deshalb an die Filiale. Die Nutzung von Geldautomaten und Kontoauszugdruckern ist für 30% ein relevanter Zugangskanal. Die Nutzung von Internet- und Telefonbanking ist in Deutschland noch nicht stark ausgeprägt.
  • Das Finanzverhalten der Briten bei klassischen Bankgeschäften ist mit Deutschland vergleichbar. Am häufigsten wird die Filiale genutzt, gefolgt von Bankautomaten für Geldauszahlungen und Kontoauszüge. Telefonbanking wird in Großbritannien vergleichsweise häufig genutzt (UK: 15%, Deutschland: 4%)
  • In den Niederlanden wird für die Abwicklung alltäglicher Bankgeschäfte Internetbanking (32%) sowie Selbstbedienungs-Banking (31%) präferiert. Nur jeder vierte Holländer nutzt für tägliche Bankgeschäfte die Filiale.

Kreditkarten: Bei Briten und Deutschen stehen Alltagseinkäufe im Vordergrund, bei Holländern Reisen

 

 

Im Hinblick auf die Nutzungsintensität von Kreditkarten zeigen sich zwischen den drei Ländern deutliche Unterschiede:

  • In Großbritannien werden Kreditkarten am intensivsten und auch am häufigsten für unterschiedliche Zwecke eingesetzt.
  • In Deutschland stehen bei der Nutzung von Kreditkarten der Einkauf alltäglicher Dinge (38%),
    Reisen (31%) und größere Anschaffungen (25%) im Vordergrund.
  • In den Niederlanden wird die Kreditkarte am seltensten eingesetzt, dann vor allem auf Reisen. Normale Einkäufe bzw. größere Anschaffungen mit Kreditkarten sind in Holland im Vergleich zu Deutschland und UK seltener verbreitet.

Hintergrundinformationen:
 

Für die repräsentative Untersuchung hat NFO Infratest in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden Ende September 2003 jeweils 1.000 Personen ab 18 Jahren befragt. Die in den drei Ländern getroffene Auswahl der Zielpersonen ermöglicht eine Verallgemeinerung der ermittelten Befunde auf die Gesamtheit der jeweiligen Bevölkerungen im Rahmen der üblichen Schwankungsbreiten von 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.