TNS Infratest Trendletter

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Die Deutschen und ihre Urlaubspläne 2004

 

 

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16. Juni 2004

     
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Sommerferien 2004: 39 Prozent zieht es ins Ausland / Aber 32 Prozent urlauben in Deutschland

 

Der wirtschaftlichen Krise zum Trotz: Die reisewilligen Deutschen wollen ihren Sommerurlaub auch dieses Jahr vorrangig im Ausland verbringen. 32 Prozent steuern dabei Ziele innerhalb Europas an, weitere 7 Prozent suchen Erholung auf einer Fernreise. Für immerhin 32 Prozent steht Urlaub in Deutschland auf dem Plan. Demgegenüber planen jedoch 31 Prozent für diesen Sommer gar keine Urlaubsreise.

 

Die Entscheidung, den Sommerurlaub im Ausland oder in Deutschland zu verbringen, ist zum einen eine Altersfrage. Bei den unter 30jährigen kommen für 23 Prozent in diesem Sommer ein Urlaub in Deutschland in Frage, 46 Prozent von ihnen zieht es ins Ausland. Bei den über 60jährigen planen dagegen 35 Prozent in Deutschland zu reisen, der Urlaub im Ausland ist für 34 Prozent eine Option. In der Frage, ob man in Deutschland oder ins Ausland verreist, spielt vor allem aber das Geld die entscheidende Rolle: Von den Bundesbürgern mit einem monatlichen Netto-Haushaltseinkommen von mindestens 3.000 Euro erwägen 59 Prozent eine Reise ins Ausland, unter den Gering-Verdienern finden sich mit 26 Prozent weniger als halb so viele. Wer mit wenig Geld auskommen muss, denkt jedoch nicht nur seltener an einen Auslandsurlaub, er verzichtet auch häufiger generell auf eine Urlaubsreise. So geben 47 Prozent der Geringverdiener an, in diesem Sommer gar nicht zu verreisen.

 

Hauptgrund für gestrichenen Sommerurlaub: Geldmangel

 

Die Frage nach den Gründen für den gestrichenen Urlaub zeigt, dass in der Tat Geldmangel der entscheidende Faktor ist, den Sommerurlaub zu streichen. Von den Deutschen, die keinen Urlaub planen, führen mit 45 Prozent die meisten finanzielle Motive an – hierunter vor allem Junge, weniger Verdienende, Arbeiter sowie Arbeitslose. Beruf oder zu wenig Zeit spielen insgesamt eine weitaus geringere Rolle (27 Prozent), sind jedoch speziell für Selbständige und Besserverdienende die mit Abstand bestimmenden Gründe für den Urlaubsverzicht. Von ihrer Bedeutung an dritter Stelle stehen als Verhinderungsfaktoren gesundheitliche Beeinträchtigungen (10 Prozent) sowie ein allgemeines Desinteresse an Reisen (9 Prozent). Insbesondere Ältere verzichten überdurchschnittlich aus gesundheitlichen Gründen (27 Prozent) auf die Urlaubsreise. Weniger häufig werden die Bevorzugung anderer Jahreszeiten zum Reisen (4 Prozent) oder das Fehlen eines Reisepartners (2 Prozent) genannt.

 

Angst vor Terror bestimmt für 44 Prozent Auswahl des Reiseziels

 

Für die prinzipielle Entscheidung der Deutschen für oder gegen eine Urlaubsreise spielt die Angst vor Terroranschlägen bislang keine erkennbare Rolle. Wenn es um die Auswahl des Reiseziels geht, ist die Sorge um mögliche Attentate jedoch durchaus präsent. Dies gilt spätestens seit dem Anschlag auf der tunesischen Insel Djerba, als auch elf deutsche Touristen ums Leben kamen. Unmittelbar nach dem Anschlag im Frühjahr 2002 gaben 54 Prozent der Deutschen an, dass die Furcht vor Attentaten die Wahl des Reiseziels beeinflusst. Aktuell besitzt das Terror-Thema für die Reiseplanung der Deutschen zwar nicht ganz die Bedeutung von vor zwei Jahren, für 44 Prozent der Bundesbürger fließt allerdings die Angst vor Anschlägen in die Entscheidung über das Urlaubsziel unmittelbar mit ein.

 

Seit der Vereinigung: 74 Prozent der Westdeutschen waren im Osten

 

In den vergangenen Jahren haben sich die Urlaubsgebiete in den neuen Bundesländern zu attraktiven Reisezielen auch für Besucher aus den alten Bundesländern entwickelt. Mittlerweile haben schon 74 Prozent der Westdeutschen den deutschen Osten besucht, 58 Prozent sogar mehrfach. Zwar sind damit seit der Wiedervereinigung immer noch weniger Westdeutsche in den neuen Bundesländern gewesen als umgekehrt Ostdeutsche in den alten Bundesländern (91 Prozent), jedoch hat sich der Ost-Vorsprung im deutsch-deutschen Kennenlernen sichtbar verkleinert: Vor fünf Jahren gaben erst 60 Prozent der Westdeutschen an, seit 1990 in die neuen Bundesländer gereist zu sein. Demgegenüber hatten bereits damals 88 Prozent der Ostdeutschen dem Westen einen Besuch abgestattet. Wie bei Reisen allgemein ist auch der Besuch des jeweils anderen Teils Deutschlands eine finanzielle Frage. Unter den 26 Prozent der Westdeutschen, die auch 14 Jahre nach der Vereinigung noch nicht den Osten besucht haben, finden sich überdurchschnittlich viele Geringverdiener (43 Prozent). Dies gilt auch – wenngleich weniger deutlich - für die 9 Prozent der Ostdeutschen, die bislang den Westen nicht besucht haben (13 Prozent).

 

Hintergrundinformationen

 

Für die repräsentative Untersuchung hat TNS Infratest am 24. und 25. Mai 2004 1.000 Wahlberechtigte in Deutschland befragt. Die Befragung wurde als computergestützte Telefonerhebung (CATI) angelegt. Die Auswahl der Zielpersonen erfolgte als repräsentative Zufallsauswahl. Bei der Auswahl der Zielhaushalte kam das random-digit-dialing-Verfahren, bei der Auswahl der Zielpersonen im Haushalt der so genannte Schwedenschlüssel zur Anwendung. Dies ermöglicht eine Verallgemeinerung der ermittelten Befunde auf die Gesamtheit aller Wahlberechtigten bei einer Fehlermarge von plus / minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten. Wo möglich, wurde zu Vergleichszwecken auf frühere Infratest-Erhebungen zurückgegriffen.