TNS Infratest Trendletter

Ein Informationsdienst zum Meinungsbild in Deutschland

 

Die Deutschen nach der Fußball-WM
Ein Sportereignis hinterlässt Spuren.
 

 

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Juli 2006

     
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Neun von zehn rechnen mit Imagegewinn für Deutschland
 
Vier Wochen lang zog die Fußball-WM die Deutschen und ihre Gäste in ihren Bann. Das Fußballturnier ist bereits seit gut einer Woche Geschichte. Doch die Spuren, die das Sportereignis bei den Deutschen hinterlassen hat, sind unübersehbar. Die Bundesbürger gehen fast einhellig von einem Imagegewinn Deutschlands aus, neun von zehn (93 Prozent) sind überzeugt, dass die Menschen im Ausland ein besseres Bild von Deutschland gewonnen haben.
 
 
Gestiegenes Nationalbewusstsein: 79 Prozent sind stolz, Deutscher zu sein
 
Doch nicht nur von einer positiven Außenwirkung sind die Deutschen überzeugt. Acht von zehn (79 Prozent) glauben, dass sich durch die WM auch das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Nation gebessert hat. In der Tat präsentieren sich die Bundesbürger nach vier Wochen schwarz-rot-goldener Partylaune und dem guten Abschneiden ihrer eigenen Elf mit einem ausgeprägten Nationalstolz. Äußerten zwischen 1999 und 2005 nicht mehr als sieben von zehn, sie seien stolz, Deutscher zu sein, sind es unmittelbar nach dem Fußballturnier 79 Prozent. Der Stolz, Bürger dieses Landes zu sein, verbindet alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen, aber auch West- und Ostdeutsche. Fast jeder zweite Bundesbürger (44 Prozent) geht entsprechend davon aus, dass das Sportereignis auch die innere Einheit voran gebracht hat und West- und Ostdeutsche stärker zusammen gerückt sind.
 
 
Vier von zehn glauben an verbesserte Wachstumschancen
 
Dass die WM die Deutschen in ein mehrheitlich optimistisches Volk verwandelt hat, zeigt sich zwar nicht. Das Credo, es gäbe viele Probleme in Deutschland, aber wir schaffen das schon, übernimmt nach dem WM-Turnier jedoch immerhin die Hälfte der Bundesbürger (50 Prozent). Vier von zehn (39 Prozent) sind sogar überzeugt, dass die WM unmittelbar die Chancen für einen wirtschaftlichen Aufschwung verbessert habe. Ebenso viele (38 Prozent) geben an, ihr Vertrauen in die Leistungsfähigkeit und Stärke Deutschlands sei durch das Sportereignis auf heimischen Boden unmittelbar gestiegen.
 
 
Nur 20 Prozent erwarten neuen Schwung für deutsche Politik
 
Nur wenig Hoffnung machen sich die Bürger allerdings hinsichtlich der Bedeutung der WM für die Berliner Politik. Dass der Enthusiasmus der vier fußballbewegten Wochen auch auf die deutsche Politik übergreift und ihr zu neuem Schwung bei der Lösung der bestehenden Probleme im Land verhilft, erwarten nur 20 Prozent.
 
 
Hintergrundinformationen
 
Für die repräsentative Untersuchung hat TNS Infratest am 11. und 12. Juli 1.000 Wahlberechtigte in Deutschland befragt. Die Befragung wurde als computergestützte Telefonerhebung (CATI) angelegt. Die Auswahl der Zielpersonen erfolgte als repräsentative Zufallsauswahl. Bei der Auswahl der Zielhaushalte kam das random-digit-dialing-Verfahren zur Anwendung, bei der Auswahl der Zielpersonen im Haushalt der so genannte Schwedenschlüssel. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine Verallgemeinerung der ermittelten Befunde auf die Gesamtheit aller Wahlberechtigten bei einer Fehlermarge von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.