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TNS
Infratest Trendletter
Ein Informationsdienst zum Meinungsbild in Deutschland

Die Deutschen nach der Fußball-WM
Ein Sportereignis hinterlässt Spuren.


Neun von zehn rechnen mit Imagegewinn für Deutschland
Vier Wochen lang zog die Fußball-WM die Deutschen und ihre Gäste in
ihren Bann. Das Fußballturnier ist bereits seit gut einer Woche
Geschichte. Doch die Spuren, die das Sportereignis bei den Deutschen
hinterlassen hat, sind unübersehbar. Die Bundesbürger gehen fast
einhellig von einem Imagegewinn Deutschlands aus, neun von zehn (93
Prozent) sind überzeugt, dass die Menschen im Ausland ein besseres Bild
von Deutschland gewonnen haben.
Gestiegenes Nationalbewusstsein: 79 Prozent sind stolz, Deutscher zu
sein
Doch nicht nur von einer positiven Außenwirkung sind die Deutschen
überzeugt. Acht von zehn (79 Prozent) glauben, dass sich durch die WM
auch das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Nation gebessert hat. In der
Tat präsentieren sich die Bundesbürger nach vier Wochen
schwarz-rot-goldener Partylaune und dem guten Abschneiden ihrer eigenen
Elf mit einem ausgeprägten Nationalstolz. Äußerten zwischen 1999 und
2005 nicht mehr als sieben von zehn, sie seien stolz, Deutscher zu sein,
sind es unmittelbar nach dem Fußballturnier 79 Prozent. Der Stolz,
Bürger dieses Landes zu sein, verbindet alle Bevölkerungsschichten und
Altersgruppen, aber auch West- und Ostdeutsche. Fast jeder zweite
Bundesbürger (44 Prozent) geht entsprechend davon aus, dass das
Sportereignis auch die innere Einheit voran gebracht hat und West- und
Ostdeutsche stärker zusammen gerückt sind.
Vier von zehn glauben an verbesserte Wachstumschancen
Dass die WM die Deutschen in ein mehrheitlich optimistisches Volk
verwandelt hat, zeigt sich zwar nicht. Das Credo, es gäbe viele Probleme
in Deutschland, aber wir schaffen das schon, übernimmt nach dem
WM-Turnier jedoch immerhin die Hälfte der Bundesbürger (50 Prozent).
Vier von zehn (39 Prozent) sind sogar überzeugt, dass die WM unmittelbar
die Chancen für einen wirtschaftlichen Aufschwung verbessert habe.
Ebenso viele (38 Prozent) geben an, ihr Vertrauen in die
Leistungsfähigkeit und Stärke Deutschlands sei durch das Sportereignis
auf heimischen Boden unmittelbar gestiegen.
Nur 20 Prozent erwarten neuen Schwung für deutsche Politik
Nur wenig Hoffnung machen sich die Bürger allerdings hinsichtlich der
Bedeutung der WM für die Berliner Politik. Dass der Enthusiasmus der
vier fußballbewegten Wochen auch auf die deutsche Politik übergreift und
ihr zu neuem Schwung bei der Lösung der bestehenden Probleme im Land
verhilft, erwarten nur 20 Prozent.
Hintergrundinformationen
Für die repräsentative Untersuchung hat TNS Infratest am 11. und 12.
Juli 1.000 Wahlberechtigte in Deutschland befragt. Die Befragung wurde
als computergestützte Telefonerhebung (CATI) angelegt. Die Auswahl der
Zielpersonen erfolgte als repräsentative Zufallsauswahl. Bei der Auswahl
der Zielhaushalte kam das random-digit-dialing-Verfahren zur Anwendung,
bei der Auswahl der Zielpersonen im Haushalt der so genannte
Schwedenschlüssel. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine
Verallgemeinerung der ermittelten Befunde auf die Gesamtheit aller
Wahlberechtigten bei einer Fehlermarge von plus/minus 1,4 bis 3,1
Prozentpunkten.



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