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06.11.2015  -  Berlin / München

Eher verhalten: Digitalisierungsdynamik der deutschen Wirtschaft muss Tempo aufnehmen

Wirtschaftsindex DIGITAL misst Digitalisierungsgrad der gewerblichen Wirtschaft / Deutschland erst bei 49 von 100 möglichen Indexpunkten / Digitalisierungstempo bis 2020 verhalten / IKT-Wirtschaft einziger sehr stark digitalisierter Wirtschaftsbereich

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Wie weit fortgeschritten ist die Digitalisierung der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland? Laut Wirtschaftsindex DIGITAL, den TNS Infratest und das ZEW im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im „Monitoring Report Wirtschaft DIGITAL 2015“ heute veröffentlicht haben, erreicht Deutschland beim Digitalisierungsgrad seiner gewerblichen Wirtschaft gerade einmal 49 von 100 möglichen Indexpunkten. Für 2020 prognostizieren die befragten Unternehmen der Wirtschaft einen verhaltenen Anstieg auf 56 Punkte.

Monitoring Report Wirtschaft DIGITAL 2015 - 6.11.2015
Prof. Dr. Irene Bertschek (Leiterin Forschungsbereich IKT, ZEW Mannheim), Matthias Machnig (Staatssekretär, BMWi), Dr. Sabine Graumann (Senior Director Business Intelligence, TNS Infratest)

Der Wirtschaftsindex DIGITAL zeigt, dass sich elf beobachtete Kernbranchen in fünf Digitali­sierungs­dimensionen zwischen stark über­durch­schnittlich bis stark unter­durch­schnittlich digitalisiert aufteilen.

Stark überdurchschnittlich digitalisiert: Einzig die IKT-Wirtschaft erreicht mit 66 Indexpunkten den höchsten Digitalisierungsgrad und ist damit Vorreiter der digitalen Transformation in Deutsch­land. Prognostiziert wird diesem Wirt­schafts­bereich für 2020 ein Wert von 71 Punkten.

Als überdurchschnittlich digitalisiert gelten wissensintensive Dienstleister mit heute 59 und in fünf Jahren 62 Indexpunkten. Finanz- und Versicherungsdienstleister erreichen heute 55 Indexpunkte und 2020 ebenfalls 62 Indexpunkte.

Durchschnittlich digitalisiert zeigt sich mit 50 Indexpunkten im Jahr 2015 der Handel. Prognostiziert wird ihm eine Verbesserung um sechs Punkte. Die Energie- und Wasserversorgung (2015: 47 Punkte) verbessert sich um zwölf Punkte und soll in fünf Jahren 59 Indexpunkte erreichen.

Unterdurchschnittlich digitalisiert sind und bleiben Verkehr und Logistik (2015: 40, 2020: 49 Punkte). Der Maschinenbau zeigt ein hohes Digitalisierungstempo (2015: 39 Punkte, 2020: 51 Punkte) und steigt 2020 in die nächst höhere Digitalisierungsdimension auf. Dagegen sind die Wirtschaftsbereiche Chemie und Pharma gegenwärtig unterdurchschnittlich digitalisiert (2015: 40 Punkte).

Stark unterdurchschnittlich digitalisiert sind und bleiben die Einrichtungen im deutschen Gesundheitswesen (2015: 36 Punkte, 2020: 44 Indexpunkte). Auch der Fahrzeugbau fällt gegenwärtig mit 37 Punkten in diese Kategorie, steigt aber 2020 mit 48 Punkten in den nächst höheren Digitalisierungsgrad auf. Ein sehr hohes Digitalisierungstempo hat das sonstige verarbeitende Gewerbe (2015: 36 Punkte, 2020: 50 Punkte), das sich bis 2020 sogar um zwei Digitalisierungsdimensionen zu „durchschnittlich digitalisiert“ verbessern wird.
 

Monitoring Report Wirtschaft DIGITAL 2015 - 6.11.2015
Matthias Machnig (Staatssekretär, BMWi), Prof. Dr. Irene Bertschek (Leiterin Forschungsbereich IKT, ZEW Mannheim), Dr. Sabine Graumann (Senior Director Business Intelligence, TNS Infratest)

Was tun, um den Digitalisierungsgrad zu steigern?

Der Monitoring Report Wirtschaft Digital 2015 zeigt, welches die kritischen Erfolgsfaktoren sind, die einen nachhaltigen Digitalisierungsfortschritt der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland am stärksten fördern. Um den Geschäftserfolg durch Digitalisierung schnell voranzutreiben, sollten die Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft ihre Anstrengungen vorrangig auf die Effizienzsteigerung interner Prozesse, Arbeitsabläufe und Ressourcen konzentrieren, die in 58 Prozent der befragten Unternehmen bereits heute sehr hoch sind. Die deutliche Steigerung der Innovationsfähigkeit, die 51 Prozent der Unternehmen erkennen, ist zweitwichtigster Treiber für eine beschleunigte Digitalisierung.

Für die Schaffung digitalisierungsfördernder Rahmenbedingungen ist das digitale Know-how der Beschäftigten (61 Prozent) ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor. Einen hohen Einfluss auf unternehmensinterne Digitalisierungsprozesse hat ferner die Wertschöpfungskette, sofern sie vollständig digitalisiert ist. Dies ist erst in 33 Prozent der Unternehmen der Fall, da digitale Informations- und Vertriebskanäle noch unzureichend genutzt werden.

Das Angebot digitaler Kanäle zur Individualisierung von Produkten oder Services durch die Kunden, das erst in 34 Prozent der Unternehmen vollumfänglich vorhanden ist, gilt es zügig auszubauen. Kein anderer Faktor hat auf die digitale Kundenkommunikation einen so hohen Einfluss auf die Digitalisierung.
 

Förderung der IT-Sicherheit, Breitbandausbau und bessere Datenschutzvorschriften - staatliche Förderangebote „Digitalisierung“ von jedem zweiten Unternehmen gefordert

Laut Bericht gehöre es zur vordringlichen Aufgabe der Politik, die IT-Sicherheit zu fördern. 92 Prozent der Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft verlangen ein entsprechendes Engagement. Laut Monitoring Report ist die IT-Sicherheit einer der Top Wachstumsbereiche auch für die deutsche Wirtschaft bis zum Jahre 2020.

Zweitwichtigste Aufgabe für die Politik sei aus Sicht der Befragten die „Förderung des Breitbandausbaus“. 90 Prozent der Unternehmen fordern die Politik auf, den Breitbandausbau deutlich stärker zu fördern. 95 Prozent der Großunternehmen legen darauf sogar besonderen Wert. Neue Anwendungen und Services benötigen immer höhere und verlässliche Bandbreiten. Deutschland ist laut Report bei der Breitbandversorgung lediglich mit knapp 36 Breitbandanschlüssen je 100 Einwohner auf Platz vier. Auch bei der Breitbandgeschwindigkeit liegt Deutschland (8,7 Mbit /s) deutlich hinter Ländern wie beispielsweise China (25,3 Mbit /s), Finnland (11,7 Mbit /s) oder den USA (11,5 Mbit /s).

Auf Platz drei des Forderungskataloges folgen die Regelung des Datenschutzes und der „Ausbau der Fachkräfteförderung“ mit einer Zustimmungsquote von jeweils 78 Prozent. Einen Ausbau des digitalen EU-Binnenmarktes verlangen hingegen nur 62 Prozent der Unternehmen. 70 Prozent der Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft bejahen „staatliche Förderangebote“. Bei der Frage nach einer „staatlichen Förderung von unternehmensinternen Digitalisierungsvorhaben“ stimmen insgesamt nur 54 Prozent der Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft zu.

Elf Branchenprofile DIGITAL geben Auskunft darüber, wie weit die Digitalisierung in jedem Wirtschaftsbereich vorangeschritten ist, wie hoch das Digitalisierungstempo künftig sein wird und welche Hürden bestehen. Ferner wird eine separate Analyse des deutschen Mittelstandes erfolgen. Dafür führte TNS Infratest vom 17. August bis 11. September 2015 eine repräsentative Befragung unter den deutschen Unternehmen zum Stand und zu den künftigen Perspektiven der Digitalisierung in Deutschland durch. Die Studienergebnisse werden in gesonderter Berichterstattung zum IT-Gipfel am 19. November 2015 auf den Websites des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, TNS Infratest und ZEW zum Download bereitgestellt.
 

Wirtschaftsindex DIGITAL: Der Wirtschaftsindex DIGITAL zeigt in einer Zahl an, wie weit die Digitalisierung in den deutschen Unternehmen aktuell fortgeschritten ist und wie sie sich bis 2020 verändern wird. Der Wirtschaftsindex DIGITAL misst in einer Zahl zwischen 0 und 100 Punkten den Digitalisierungsgrad der deutschen gewerblichen Wirtschaft, ihrer Teilbranchen und des Mittelstands.

Studiensteckbrief: TNS Infratest führte vom 17. August bis 11. September 2015 eine repräsentative Befragung unter den deutschen Unternehmen zum Stand und zu den künftigen Perspektiven der Digitalisierung in Deutschland durch. Der Fragebogen wurde in enger Projektpartnerschaft gemeinsam mit dem ZEW, Mannheim, erarbeitet. Die Befragung ist für die gesamte gewerbliche Wirtschaft repräsentativ, das heißt für die folgenden elf Branchen: den Maschinenbau, den Fahrzeugbau, die chemisch-pharmazeutische Industrie, das sonstige verarbeitende Gewerbe, die Informations- und Kommunikationswirtschaft, die Energie- und Wasserversorgung, den Handel, den Bereich Verkehr und Logistik, die Finanz- und Versicherungswirtschaft sowie für die wissensintensiven Dienstleister (wie z.B. Beratungen, Dienstleistungen) und die Gesundheitswirtschaft.

Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2015
Der Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2015 analysiert im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), welchen Mehrwert die Digitale Wirtschaft für Deutschland schafft und wie sich der Standort im internationalen Vergleich der führenden zehn digitalen Wirtschaftsnationen (Standortindex DIGITAL) positioniert. Im vorliegenden Monitoring-Report wurde mit dem Wirtschaftsindex DIGITAL erstmals der Digitalisierungsgrad der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland nach Branchen differenziert erhoben. Es wird gezeigt, wie die Digitalisierungsanteile aktiv beeinflusst werden können, um das Digitalisierungstempo zu steigern und nachhaltiges, stetiges Wachstum auf den digitalen Märkten zu erzielen.

Der „Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2015 und zentrale Grafiken zur Studie können unter www.tns-infratest.com/bmwi heruntergeladen werden.

Zu TNS Infratest
TNS Infratest ist das deutsche Mitglied der TNS-Gruppe (Taylor Nelson Sofres, London) und gehört damit zu einem der führenden Marktforschungs- und Beratungsunternehmen der Welt. TNS, das mit Research International im Februar 2009 fusionierte, ist seit Oktober 2008 Teil der Kantar-Group, dem weltweit größten Netzwerk in den Bereichen Research, Insight und Consultancy. Für Auftraggeber aus Automobil und Verkehr, Pharmamarkt, IT-/(Tele-) Kommunikation und Neue Medien, Finanzforschung, Konsumgüter sowie der Medien-, Politik- und Sozialforschung liefert TNS Infratest „fact based consulting" und damit den innovativen Management Support für Wissensvorsprung und Entscheidungssicherheit.

Über Kantar
Kantar ist eines der führenden Marktforschungs- und Consulting-Netzwerke der Welt. Mit der gebündelten Expertise und Kompetenz seiner 13 spezialisierten Unternehmen verfolgt Kantar das Ziel, für nationale und internationale Auftraggeber weltweit der Premium-Anbieter für strategisches Wissen und inspirierende Insights zu sein. Über 28.000 Mitarbeiter in rund 100 Ländern bearbeiten das ganze Spektrum an Forschungs- und Beratungsdisziplinen und können so ihren Kunden in jeder Phase des Konsumenten-Zyklus die wettbewerbsentscheidenden Informationen bereitstellen. Mehr als die Hälfte der Fortune Top 500-Unternehmen sind Kantar-Kunden. Weitere Informationen finden Sie unter www.kantar.com.

 

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www.tns-infratest.com/bmwi

 


TNS Infratest unterstützt die Initiative Markt- und Sozialforschung

 

Als Sag ja zu Deutschlands Markt- und SozialforschungJournalist/in wissen Sie, wie wichtig verlässliche Quellen und auskunftsbereite Personen sind. Ebenso wichtig sind valide Daten für Unternehmensentscheidungen, zum Beispiel wenn es um die Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen geht. Diese Daten werden von der Marktforschung durch qualifizierte Bevölkerungsbefragungen gewonnen, natürlich unter Wahrung von Datenschutz und Anonymität. Vielen Menschen ist das leider nicht bewusst. Sie verwechseln Markt- und Sozialforschungsbefragungen mit Verkaufsgesprächen. Langfristig leidet darunter die seriöse Markt- und Sozialforschung. Um die Teilnahmebereitschaft bei Befragungen zu erhöhen, starteten die Marktforschungsverbände ADM, ASI, BVM und DGOF im Oktober 2010 mit der Initiative Markt- und Sozialforschung eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit. Über Ihre Unterstützung unserer Aufklärungsarbeit würden wir uns freuen! Näheres unter www.deutsche-marktforscher.de

 
 

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